Im Digitalisierungsindex erreicht Thüringen 53 von 100 Punkten

Der Handel in Thüringen ist erfolgreich auf dem Transformationsweg

Mit dem Self-Check den eigenen Digitalisierungsstatus ermitteln

Thüringen im Rückstand

In 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen Thüringens gehört die digitale Transformation zur Gesamtstrategie, damit liegt das Bundesland verglichen mit dem Bundesdurchschnitt um fünf Prozentpunkte zurück. Weitere 35 Prozent der Betriebe arbeiten an einzelnen digitalen Projekten. 25 Prozent schenken dem Thema Digitalisierung noch wenig Beachtung: Sie befinden sich entweder in der Planungsphase oder haben sich noch gar nicht damit beschäftigt. Die Folge: Mit 53 von 100 möglichen Punkten liegt Thüringen zwei Punkte unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt aller Bundesländer. Zu diesem Ergebnis kommt der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“.

Diese Benchmark-Studie hat techconsult zum dritten Mal im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt – erstmals zusätzlich mit einer regionalen Auswertung.

 

 

Handel erfolgreich auf Transformationsweg

Der Index spiegelt die von den Unternehmen erkannte Relevanz der Digitalisierung und deren Umsetzungsgrad wider: Den Spitzenwert von 100 Punkten könnten die befragten Unternehmen erreichen, wenn sie sämtlichen digitalen Handlungsfeldern die höchste Relevanz zuordneten und dabei maximal zufrieden mit der Umsetzung wären.

Schneller als im Bundesdurchschnitt kommt das Branchencluster Handel/Gastgewerbe bei der digitalen Transformation voran. Die Thüringer Unternehmen schneiden mit einem Index von 52 Punkten einen Punkt besser ab. Viele Betriebe setzen bereits Self-Scanning-Kassen oder virtuelle Schaufenster ein und nutzen die Möglichkeiten des Omni-Channels für sich, sind also sowohl on- wie offline stark. Gaststätten zeigen mit ihren Webseiten Präsenz und bieten ihren Gästen die Möglichkeit, einen Tisch online zu buchen.

Auch die Unternehmen aus dem Cluster Dienstleister/Logistik haben die Notwendigkeit der Transformation und deren Bedeutung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit erkannt. Sie erreichen im Index 56 Punkte und liegen damit im Bundesschnitt. Der Dienstleistungssektor ist der größte Wirtschaftsbereich zwischen Gotha und Altenburg, Suhl und Nordhausen. Insbesondere Tourismusbetriebe nutzen die Digitalisierung und verknüpfen für die Gäste beispielsweise reale Orte mit virtuellen Welten.

Mit 51 Punkten liegt der Digitalisierungsindex des Branchenclusters Industrie/Baugewerbe fünf Punkte unter dem Bundesdurchschnitt. Das liegt auch an der Struktur: Thüringen ist geprägt von kleinen und mittleren Industriebetrieben, die im Index deutschlandweit weniger Punkte erreichen als ihre größeren Pendants.

 

 

Digitale Kompetenz gezielt fördern

Mit Technologie allein lässt sich die digitale Transformation der Unternehmen nicht vorantreiben. Die Betriebe brauchen Mitarbeiter, die mit digitalen Technologien umgehen können und dem Wandel positiv gegenüberstehen. 52 Prozent der Befragten in Thüringen halten diese digitale Kompetenz künftig für genauso entscheidend wie die fachlichen oder sozialen Fähigkeiten ihrer Beschäftigten. 44 Prozent glauben, dass sie ein wichtiger Erfolgsfaktor fürs eigene Unternehmen ist (Bundesdurchschnitt: 46 Prozent).

Das Problem: Nur 34 Prozent der thüringischen Betriebe glauben, dass die eigene Belegschaft auf die Herausforderungen der Transformation optimal vorbereitet ist (Bundesdurchschnitt: 35 Prozent). Und lediglich 22 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es ausreichend Digitalisierungsexperten auf dem externen Markt gibt. Angesichts dieser Zahlen überrascht es, dass nur 34 Prozent der Unternehmen ganz gezielt die digitale Kompetenz ihrer Mitarbeiter fördern. In Bundesdurchschnitt engagieren sich bereits 43 Prozent der Befragten.

 

 

Wie Thüringen die digitale Transformation fördert

Mit dem Digitalbonus Thüringen will das Land kleine und mittlere Unternehmen animieren, auf digitale Prozesse umzustellen und in Hard- und Software zu investieren. Die Handwerkskammer Thüringen-Süd stellt Betrieben einen Digital-Coach zur Seite, wenn diese Unterstützung brauchen, um ihre Digitalstrategie umzusetzen.

 

 

Digitale Unterstützungsangebote zu wenig bekannt

Leider sind solche Förderangebote und Netzwerke in Thüringen vielen Unternehmen gar nicht bekannt. Der Bekanntheitsgrad liegt noch unter dem Bundesschnitt. Die regionalen Förderprogramme kennen beispielsweise nur 70 Prozent der Befragten (Bundesdurchschnitt: 75 Prozent). Zudem sind 45 Prozent der Industriebetriebe und 46 Prozent der Dienstleister mit diesen Angeboten nicht zufrieden. Von der Unterstützung der IHKs und Handwerkskammern haben 30 Prozent der Befragten noch nichts gehört. Etwas besser ist die Resonanz auf das Informationsangebot der ITK-Anbieter, die mit Praxisbeispielen konkrete Anleitungen geben. 75 Prozent der Befragten kennen deren Veranstaltungen, vor allem bei Industrieunternehmen kommen sie gut an.

Aktuelle Branchenstudien des Digitalisierungsindex 2018

Die von der Telekom in Auftrag gegebene techconsult-Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ erhebt nun schon zum dritten Mal den digitalen Status quo mittelständischer Unternehmen. Dazu wurden rund 2.500 Unternehmen aller Branchen befragt. Der Digitalisierungsindex Mittelstand analysiert die Transformationsbemühungen von Unternehmen aus 6 Branchen auf folgenden Handlungsfeldern: Kundenbeziehungen und Services, Produktivität im Unternehmen, Digitale Geschäftsmodelle sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.  Eine Übersicht der Teilstudien finden Sie hier.

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