Im Digitalisierungsindex erreicht Hamburg 56 von 100 Punkten

Branchen in Hamburg liegen über dem Bundesschnitt

Mit dem Self-Check den eigenen Digitalisierungsstatus ermitteln

Vorreiter Hamburg

Ausmaß und Tempo der digitalen Transformation entscheiden künftig darüber, ob sich der Mittelstand im Wettbewerb behaupten kann. Das ist vielen kleinen und mittleren Betrieben aus Hamburg klar. Nahezu jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) hat die digitale Transformation in seiner Geschäftsstrategie verankert. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im Bundesdurchschnitt. Weitere 38 Prozent setzen einzelne digitale Projekte um. Mit 56 von 100 möglichen Punkten erreicht Hamburg einen Indexpunkt mehr als der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt aller Bundesländer. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“.

Diese Benchmark-Studie hat techconsult zum dritten Mal im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt – erstmals zusätzlich mit einer regionalen Auswertung.

 

 

Branchen über dem Bundesschnitt

Der Index spiegelt die von den Unternehmen erkannte Relevanz der Digitalisierung und deren Umsetzungsgrad wider: Den Spitzenwert von 100 Punkten könnten die befragten Unternehmen erreichen, wenn sie sämtlichen digitalen Handlungsfeldern die höchste Relevanz zuordneten und dabei maximal zufrieden mit der Umsetzung wären. Mit 59 Punkten liegt in Hamburg das Cluster Industrie/Baugewerbe ganz vorn – und drei Punkte über dem Bundesschnitt. Motor der Transformation sind beispielsweise wissensintensive Industrien wie Luft- und Raumfahrtunternehmen: Sie setzen bereits auf digitale Technologien wie den 3D-Metalldruck.

Auch das Dienstleistungscluster schlägt mit 57 Punkten den Bundesdurchschnitt (56 Punkte). Digitaler Vorreiter sind der Hamburger Hafen und seine Dienstleister: Früher als anderswo testet man hier 5G-Anwendungen in der Praxis. Länger schon steuert der Hafen mit der Digitalisierung den Verkehr und verhindert so lange Stehzeiten der Lkw.

Auch der Handel und das Gastgewerbe sind auf dem Transformationsweg in Hamburg schneller unterwegs als in anderen Bundesländern und erreichen im Index 52 Punkte (Bundesdurchschnitt: 51 Punkte). So wollen Einkaufszentren der Stadt mit Smart Shopping-Konzepten die analoge mit der digitalen Welt verbinden. Dabei häufig im Einsatz: Selfie-Boxen, Center-Apps oder Touchscreen-Bildschirme.

 

 

Keine Transformation ohne digitale Kompetenz

Neben digitalen Technologien benötigen die Unternehmen vor allem Mitarbeiter, die mit digitalen Technologien umgehen können und dem Wandel positiv gegenüberstehen. 54 Prozent der Befragten in Hamburg halten diese digitale Kompetenz künftig für genauso wichtig wie die fachlichen oder sozialen Fähigkeiten ihrer Beschäftigten. Jedes zweite Unternehmen sagt, dass sie ein wichtiger Erfolgsfaktor sei (Bundesdurchschnitt: 46 Prozent). Allerdings glauben nur 29 Prozent der Betriebe, dass die eigene Belegschaft schon optimal qualifiziert ist. Damit liegt Hamburg deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 35 Prozent. Nur 27 Prozent der Befragten sind mit der Zahl der verfügbaren Digitalisierungsexperten zufrieden. Daher nehmen 42 Prozent der Unternehmen das Thema „digitale Kompetenz“ in die Hand und bieten Weiterbildungsmöglichkeiten an (Bundesdurchschnitt: 43 Prozent).

 

 

Digitale Unterstützungsangebote zu wenig bekannt

Wie die übrigen Bundesländer unterstützt auch der Stadtstaat die Digitalisierungsprojekte seiner Unternehmen: Etwa mit dem Masterplan Industrie. Doch wie in den anderen Regionen Deutschlands gehen auch in Hamburg viele Digitalisierungsinitiativen an den Mittelständlern vorbei. So haben 27 Prozent der Befragten von regionalen Förderprogrammen und -maßnahmen noch nie etwas gehört. Hinzu kommt: 38 Prozent derer, die die Angebote kennen, äußern sich kritisch (Bundesdurchschnitt: 41 Prozent). Industrie- und Handelskammern stehen den Unternehmen bei der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle zur Seite – in Hamburg kennen 24 Prozent der Unternehmen deren Digitalisierungsangebote jedoch nicht und nur 24 Prozent sind mit den Aktivitäten zufrieden (Bundesdurchschnitt: 31 Prozent). Ebenfalls 24 Prozent wissen nicht, dass IT- und Kommunikationsdienstleister über neue digitale Technologien informieren und mit Praxisbeispielen konkrete Umsetzungshilfe leisten.

Aktuelle Branchenstudien des Digitalisierungsindex 2018

Die von der Telekom in Auftrag gegebene techconsult-Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ erhebt nun schon zum dritten Mal den digitalen Status quo mittelständischer Unternehmen. Dazu wurden rund 2.500 Unternehmen aller Branchen befragt. Der Digitalisierungsindex Mittelstand analysiert die Transformationsbemühungen von Unternehmen aus 6 Branchen auf folgenden Handlungsfeldern: Kundenbeziehungen und Services, Produktivität im Unternehmen, Digitale Geschäftsmodelle sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.  Eine Übersicht der Teilstudien finden Sie hier.

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