Im Digitalisierungsindex erreicht Brandenburg 53 von 100 Punkten

Digitaler Aufholbedarf in der Dienstleistung und im Handel

Mit dem Self-Check den eigenen Digitalisierungsstatus ermitteln

Brandenburg mit digitalem Nachholbedarf

Die digitale Transformation ist Voraussetzung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit: Dieses Bewusstsein haben 41 Prozent der Mittelständler in Brandenburg verinnerlicht und die Digitalisierung in ihrer Geschäftsstrategie verankert. 35 Prozent setzen einzelne digitale Projekte um. Im bundesdeutschen Durchschnitt nennen allerdings schon 45 Prozent der Befragten die Digitalisierung als Teil der Geschäftsstrategie. In Brandenburg ist zudem der Anteil der Unternehmen, die dem digitalen Wandel bislang nur wenig oder keine Beachtung schenken, überdurchschnittlich groß. 17 Prozent befinden sich in der Planungsphase, acht Prozent haben sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt. Resultat: Mit 53 von 100 möglichen Punkten liegt Brandenburg zwei Indexpunkte unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt aller Bundesländer. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“.

Diese Benchmark-Studie hat techconsult zum dritten Mal im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt – erstmals zusätzlich mit einer regionalen Auswertung.

 

 

Die Industrie ist digitaler Vorreiter

Der Index spiegelt die von den Unternehmen erkannte Relevanz der Digitalisierung und deren Umsetzungsgrad wider: Den Spitzenwert von 100 Punkten könnten die befragten Unternehmen erreichen, wenn sie sämtlichen digitalen Handlungsfeldern die höchste Relevanz zuordnen würden und dabei maximal zufrieden mit der Umsetzung wären. Mit 59 Punkten gehört in Brandenburg das Branchencluster Industrie/Bau zu den Vorreitern, es schneidet hier sogar drei Punkte besser ab als im Bundesdurchschnitt. Schrittmacher des Wandels sind dabei vor allem jene Betriebe, die sich im Industriegürtel rund um Berlin angesiedelt haben. Smarte Produktionshallen und über die gesamte Lieferkette vernetzte Maschinen, Prozesse und Produkte gehören für die digitalen Vorzeigeunternehmen der Industrie zum Alltag. Selbst die für Brandenburg so wichtige Forstwirtschaft ist in der 4.0-Welt angekommen und ermöglicht mit digitalen Technologien eine effizientere und ökologischere Waldbewirtschaftung.

 

 

Digitaler Aufholbedarf: Dienstleister und Handel

Mit 55 Indexpunkten liegt das Cluster Dienstleistungen/Gesundheitswesen einen Punkt unter dem Bundesdurchschnitt. Mit Mobile.de, Paypal oder Ebay haben sich in Brandenburg aber auch digitale Vorzeigeunternehmen angesiedelt. Digitales Schlusslicht ist in Brandenburg das Cluster Handel/Gastgewerbe. Es erzielt nur 45 Punkte und liegt damit sechs Indexpunkte unter dem Bundesschnitt.

 

 

Wandel setzt digitale Kompetenz voraus

Die Studie zeigt auch: Für eine erfolgreiche digitale Transformation brauchen die Unternehmen nicht nur eine technologische Basis. Sie sind genauso auf Mitarbeiter angewiesen, die mit digitalen Technologien umgehen können und dem Wandel positiv gegenüberstehen. 57 Prozent der Befragten in Brandenburg halten diese digitale Kompetenz ihrer Mitarbeiter künftig für ebenso entscheidend wie die fachlichen oder sozialen Fähigkeiten ihrer Beschäftigten (Bundesdurchschnitt: 52 Prozent). 46 Prozent glauben, dass sie ein wichtiger Erfolgsfaktor fürs eigene Unternehmen sei. Aber nur 34 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihre Belegschaft optimal qualifiziert sei (Bundesdurchschnitt 35 Prozent). Ihren Expertenbedarf können die Firmen auch auf dem externen Arbeitsmarkt nicht decken: Nur 22 Prozent sind mit der Verfügbarkeit digitaler Fachkräfte zufrieden. Gleichwohl ergreifen erst 36 Prozent der Unternehmen die Initiative und fördern gezielt die digitale Kompetenz ihrer Beschäftigten. Im Bundesdurchschnitt bieten dagegen 43 Prozent der Befragten Weiterbildungsmöglichkeiten an.

 

 

Land fördert die digitale Transformation

Um die digitale Aufbruchsstimmung zwischen Potsdam und Frankfurt/Oder zu verstärken, fördert die Investitionsbank des Bundeslands mit den „Brandenburgischen Innovationsgutscheinen“ Digitalisierungsprojekte kleiner und mittlerer Unternehmen. Das Innovationszentrum Moderne Industrie Brandenburg (IMI) steht Mittelständlern bei der digitalen Transformation beratend zur Seite.

 

 

Digitale Unterstützungsangebote zu wenig bekannt

Doch wie für viele anderen Regionen Deutschlands gilt auch in Brandenburg: Viele Unterstützungsprogramme gehen an den Mittelständlern vorbei. 25 Prozent der Betriebe aus Brandenburg kennen die regionalen Förderprogramme nicht; 46 Prozent sind nicht zufrieden damit. 17 Prozent der Befragten wissen nicht, dass die Industrie- und Handelskammern sich für den Technologietransfer engagieren. 33 Prozent sind mit deren Aktivitäten zufrieden (Bundesdurchschnitt: 31 Prozent). Nur 75 Prozent der Befragten sind über die Info-Veranstaltungen von Telekommunikations- und IT-Anbietern im Bild.

Aktuelle Branchenstudien des Digitalisierungsindex 2018

Die von der Telekom in Auftrag gegebene techconsult-Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ erhebt nun schon zum dritten Mal den digitalen Status quo mittelständischer Unternehmen. Dazu wurden rund 2.500 Unternehmen aller Branchen befragt. Der Digitalisierungsindex Mittelstand analysiert die Transformationsbemühungen von Unternehmen aus 6 Branchen auf folgenden Handlungsfeldern: Kundenbeziehungen und Services, Produktivität im Unternehmen, Digitale Geschäftsmodelle sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.  Eine Übersicht der Teilstudien finden Sie hier.

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