Im Digitalisierungsindex erreicht Baden-Württemberg 56 von 100 Punkten

Dienstleistungsunternehmen in Baden-Württemberg gehören zu den digitalen Vorreitern

Mit dem Self-Check den eigenen Digitalisierungsstatus ermitteln

Vorreiter Baden-Württemberg

Die Digitalisierung ist für die eigene Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich: Dieses Bewusstsein haben viele Mittelständler im Südwesten verinnerlicht. Nahezu jedes zweite baden-württembergische Unternehmen (47 Prozent) hat die digitale Transformation in seiner Geschäftsstrategie verankert. Im bundesdeutschen Durchschnitt sind es nur 45 Prozent. Mit 56 von 100 möglichen Punkten liegt Baden-Württemberg einen Indexpunkt über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt aller Bundesländer. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“.

Diese Benchmark-Studie hat techconsult zum dritten Mal im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt – erstmals zusätzlich mit einer regionalen Auswertung.

 

Dienstleister sind Vorreiter der Transformation

Der Index spiegelt die von den Unternehmen erkannte Relevanz der Digitalisierung und deren Umsetzungsgrad wider: Den Spitzenwert von 100 Punkten könnten die befragten Unternehmen erreichen, wenn sie sämtlichen digitalen Handlungsfeldern die höchste Relevanz zuordnen würden und dabei maximal zufrieden mit der Umsetzung wären. Mit 58 Punkten gehören in Baden-Württemberg die Dienstleistungsunternehmen zu den digitalen Vorreitern, damit liegen sie zwei Indexpunkte über dem Bundesdurchschnitt der Dienstleister. Unternehmen mit neuen digitalen Services im Portfolio treiben diese Entwicklung.

 

Industrie: vernetzte Maschinen und Produkte

Mit 56 Punkten liegt das Branchencluster Industrie/Baugewerbe im Bundesdurchschnitt. Baden-Württemberg ist mit 1,5 Millionen Arbeitnehmern der größte Industriestandort Deutschlands. Die Beschäftigten sind vor allem im Fahrzeug- und Maschinenbau sowie Elektrotechnik tätig. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung ist mit 32,5 Prozent wesentlich höher als im Bundesdurchschnitt (22,9 Prozent). Zu den Motoren der Digitalisierung in der Industrie gehören wiederum vor allem die Automobilbranche und deren Zulieferer. Smarte Produktionshallen mit über die gesamte Lieferkette vernetzten Maschinen, Prozessen und Produkten sind hier keine Seltenheit mehr.

Aufholbedarf in Sachen digitaler Transformation hat dagegen das Branchencluster Handel/Gastronomie. Er liegt mit 50 Punkten einen Indexpunkt unter dem Durchschnitt.

 

Wandel setzt digitale Kompetenz voraus

Die Studie zeigt auch: Für eine erfolgreiche digitale Transformation brauchen die Unternehmen nicht nur eine ausgefeilte technologische Basis. Sie benötigen vor allem Mitarbeiter, die mit digitalen Technologien umgehen können und dem Wandel positiv gegenüberstehen. Sprich: Beschäftigte, die über digitale Kompetenz verfügen. 53 Prozent der Befragten in Baden-Württemberg halten digitale Kompetenz künftig für genauso entscheidend wie die fachlichen oder sozialen Fähigkeiten ihrer Beschäftigten. 45 Prozent glauben, dass sie ein wichtiger Erfolgsfaktor fürs eigene Unternehmen ist. 40 Prozent der baden-württembergischen Betriebe betrachten ihre Belegschaft als optimal qualifiziert. Im Bundesdurchschnitt teilen nur 35 Prozent diese Auffassung. 28 Prozent sind der Meinung, dass die Zahl der verfügbaren Digitalisierungsfachkräfte auf dem externen Markt ausreichend sei. Fast die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) hat schon die Initiative ergriffen und fördert ganz gezielt die digitalen Kompetenzen ihrer Beschäftigten. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt.

 

Schub für die digitale Transformation

Um die digitale Aufbruchsstimmung zwischen Mannheim und Lörrach zu verstärken, lobt das Land als Teil seiner „digital@bw“-Strategie eine Digitalisierungsprämie aus. Baden-Württemberg fördert beispielsweise Projekte, mit denen die Unternehmen neue Technologien in der Produktion einsetzen – etwa additive Fertigungsverfahren wie den 3D-Druck. Darunter fallen aber auch Mitarbeiterschulungen, der Aufbau digitaler Plattformen oder die Einführung von Systemen, mit denen die Unternehmen ihre IT-Sicherheit verbessern.

 

Digitale Unterstützungsangebote zu wenig bekannt

Doch wie für viele anderen Regionen Deutschlands gilt auch im Südwesten: Solche Digitalisierungsinitiativen gehen oft an den Mittelständlern vorbei. So haben 23 Prozent der in Baden-Württemberg befragten Unternehmen von regionalen Förderprogrammen und -maßnahmen noch nie etwas gehört. Hinzu kommt: 42 Prozent derer, die die Angebote kennen, äußern sich kritisch. 26 Prozent der Unternehmen kennen die Digitalisierungsangebote der Industrie- und Handelskammern nicht und nur 30 Prozent sind mit deren Aktivitäten zufrieden. Immerhin 77 Prozent der Befragten wissen, dass IT- und Kommunikationsdienstleister über neue digitale Technologien informieren und mit Praxisbeispielen konkrete Umsetzungshilfe leisten. Gerade mal 29 Prozent sind mit den Angeboten zufrieden bis sehr zufrieden – darunter vor allem Industriebetriebe.

Aktuelle Branchenstudien des Digitalisierungsindex 2018

Die von der Telekom in Auftrag gegebene techconsult-Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ erhebt nun schon zum dritten Mal den digitalen Status quo mittelständischer Unternehmen. Dazu wurden rund 2.500 Unternehmen aller Branchen befragt. Der Digitalisierungsindex Mittelstand analysiert die Transformationsbemühungen von Unternehmen aus 6 Branchen auf folgenden Handlungsfeldern: Kundenbeziehungen und Services, Produktivität im Unternehmen, Digitale Geschäftsmodelle sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.  Eine Übersicht der Teilstudien finden Sie hier.

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